PM: Die Falken kritisieren Räumung des ehemaligen Goetheinstituts

Am Montag morgen um 7:00 wurde das besetzte Studierendenwohnheim des Goetheinstitus von über 100 Polizist_innen geräumt. Die 27 Besetzer_innen verließen das Haus friedlich. Vor dem Haus wurden sie von ca. 80 Unterstützer_innen erwartet.

Mit der Räumung des Hauses wählen Köhler und die SPD-Fraktion lieber eine gewaltvolle Auseinandersetzung, anstatt auf die Forderungen der Besetzer_innen einzugehen. Es gibt gute Gründe für die Forderungen der Besetzer_innen: Während die Stadt ihre Häuser leerstehen lässt, müssen mehrere Hundert Geflüchtete in der Siekhöhe in einer Lagerhalle unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, darunter viele Kinder und Familien. Insbesondere aus der Perspektive eines Jugendverbandes könnten die Falken die Reaktion auf die Besetzung daher nicht verstehen, kritisiert Lorenz Sieben, der die Falken im Stadtjugendring vertritt.

„Diese Rammbock-Methodik der Stadt löst das Problem nicht. Schade, dass die Chance auf einen Austausch verpasst wurde“

Besonders enttäuscht sind wir von der Rolle Rolf Köhlers in dieser Sache. Die Bedürfnisse aller Menschen in Göttingen und nicht die Interessen privater Investoren sollten für Köhlers SPD im Vordergrund stehen. Bei den Falken sind wir stolz auf unsere Geschichte in der Arbeiter_innenbewegung, die wir auch mit der SPD teilen. Dort sang man:

„In Erwägung, dass da Häuser stehen, / während ihr uns ohne Bleibe lasst, / haben wir beschlossen jetzt dort einzuziehen, / weil es uns in unseren Löchern nicht mehr passt“

Als Bildungsverband veranstalten wir Vorträge und Seminare zur Geschichte der Arbeiter_innenbewegung. Dazu wollen wir auch Herrn Köhler gerne einladen: Sie scheint bei ihm etwas in Vergessenheit geraten zu sein.

Die SJ – Die Falken solidarisieren sich mit der Intiative „Our House – Nansen 1“ und schließen sich ihrer Forderung nach bezahlbarem Wohnraum und menschenwürdigen Bedingungen für Geflüchtete an. Außerdem fordern wir das Goethe-Institut auf, die Klagen gegen die Besetzer_innen wegen Hausfriedensbruchs fallen zu lassen. Die Stadt Göttingen ist jetzt am Zug, um das nun erneut leerstehende Wohnheim Bedürftigen zur Verfügung zu stellen!

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