Ausbildung zur Gruppenhelfer*in, 8.-14.4.

Wöchentliches Plenum, Vernetzungstreffen für den Frauenstreik, Projektgruppe zum Pfingstzeltlager, Kindergruppe am Donnerstag, Sitzung des Jugendhilfeausschusses, Referatsgruppentreffen, als linke und pädagogisch interessierte und aktive Menschen bewegen wir uns fast ständig in Gruppen und interagieren mit Menschen in Organisationen.

Vor allem, wenn wir bereits im Hier und Jetzt uns anders organisieren wollen, als dies sonst der Fall ist, und solidarisch miteinander umgehen wollen, braucht es Handwerkszeug, um Dynamiken in Gruppen und Großgruppen zu verstehen und kollektiv bearbeiten zu können.

Auch und gerade in der politischen Organisierung und pädagogischen Arbeit in der Sozialistischen Jugend im Besonderen und als Freund*innen einer klassenlosen Gesellschaft im Allgemeinen setzen wir Falken auf Gruppe als Organisationsform und Selbstorganisation als Konzept. Die Herausforderung, die dies für die Praxis bedeutet, wollen wir mit gemeinsam angeeignetem und ausprobiertem Wissen und praktischer Erfahrung begegnen. Dafür gibt es bei uns die Ausbildung zur Gruppenhelfer*in.

In einem einwöchigen Kurs lernen wir (fast) alles, was es braucht, um in die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einzusteigen und Gruppenprozesse auch außerhalb pädagogischer Kontexte verstehen und konstruktiv begleiten zu können.

Themen der Ausbildung sind:

Sozialistische Erziehung

Grundlage und Ziel unserer Arbeit ist der Sozialismus, der Kampf für eine befreite Gesellschaft und die Überwindung aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Praktisch wird dieses Ziel in den Konzepten und Haltungen sozialistischer Erziehung, wie sie in linken Kinder- und Jugendbewegungen entwickelt und theoretisiert wurden. Zum Einstieg in die Gruppenhelfer*innenausbildung beschäftigen wir uns einen Tag lang mit Konzepten aus Geschichte und Gegenwart und erarbeiten gemeinsam, welche pädagogische Haltung und Praxis sich daraus für uns heute ergibt.

Gruppendynamik

Die Gruppe ist das zentrale Moment unserer pädagogischen Praxis und die Form unserer politischen Organisierung. Um hier als Gruppenhelfer*in handlungsfähig zu sein und Gruppen in ihrem Prozess begleiten und unterstützen zu können, schauen wir uns verschiedene Modelle und Theorien an, mit denen man Gruppen und ihre Dynamiken in den Blick nehmen kann.

Das Verständnis von Gruppendynamiken soll die Angst vor überfordernden Situationen nehmen. Wir wollen einen Blick für wiederkehrende Muster und Dynamiken bekommen und damit handlungsfähig in der Praxis bleiben. Gleichzeitig soll die Individualität jeder Gruppe berücksichtigt und Möglichkeiten der konkreten Arbeit mit und an Gruppen aufgezeigt werden. Dafür werden wir auch den ein oder anderen Blick auf uns selbst als Gruppe werfen und anhand von konkretem Erleben im Hier und Jetzt lernen.

Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt und Kindeswohlgefährdung

Als politischer Kinder- und Jugendverband, der sich für die Rechte und die Selbst- und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen einsetzt, sehen wir als Sozialistische Jugend – Die Falken eine besondere Verpflichtung in der Prävention von und Intervention bei Kindeswohlgefährdungen, insbesondere von sexualisierter Gewalt. Im Rahmen unserer Gruppenhelfer*innenausbildung beschäftigen wir uns einen Tag mit den Dimensionen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, lernen Methoden zur Sensibilisierung und zu geschlechtersensibler Pädagogik praktisch kennen und erarbeiten uns die Schutzkonzepte, die für die Arbeit bei den Falken bestehen.

Praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – Spiele, Programm, Beteiligung und mehr

Praktische pädaogische Arbeit, wie wir sie bei den Falken verwirklichen wollen, unterscheidet sich sehr von dem, was Kinder und Jugendliche aus Kindergarten und Schule kennen. Bei uns stehen die Bedürfnisse und Interessen der Kinder und Jugendlichen und der Gruppe im Mittelpunkt der Arbeit. Trotzdem haben wir als politischer Verband auch ein Interesse an der politischen Bildung unserer Mitglieder und das auch ganz praktisch. Deshalb geht es für uns also auch immer um die Fragen von Beteiligung, Demokratie und Erleben von gelingender Kollektivität. Im Mittelpunkt der Einheit stehen also Fragen wie: wie und warum spiele ich mit Kindern und Jugendlichen? Was heißt politische Bildung mit Kindern und Jugendlichen? Wie plane ich ein Gruppenprogramm? Gleichzeitig wollen wir uns viele Spiele und Methoden auch ganz praktisch aneignen.

Rechtliche Rahmenbedingungen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Wer die Gesetze nicht kennt, kann in einer bürgerlichen Gesellschaft trotzdem belangt werden. Schon deshalb ist es wichtig, Rechte und Pflichten bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu kennen und Situationen dahingehend einschätzen zu können. So beschäftigen wir uns unter anderem mit den Themen Aufsichtspflicht, Jugendschutz und Datenschutz.

Weitere Themen: Erlebnispädagogik, Medienpädagogik, Zeltlagerpädagogik

Teilnahmebedingungen und Organisatorisches

Die Gruppenhelfer*innenausbildung ist offen für alle, die an emanzipatorischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen interessiert sind. Sie berechtigt, zusammen mit einem 1. Hilfe-Kurs und einem praktischen Teil, zur Beantragung einer JuLeiCa-Karte.

Die Gruppenhelfer*innenausbildung wird von unseren Bildungsreferent*innen und erfahrenen Gruppenhelfer*innen durchgeführt.

Alter: 16+ Jahre

Kosten: 50€ (inkl. Programm, Übernachtung in Mehrbettzimmern, Vollverpflegung)

Anmeldung: per mail an info@falken-niedersachsen.de bitte unter Angabe von Name, Adresse, Kontaktmöglichkeit, Allergien und Essgewohnheiten

Ort: Seminarhaus Burg Lutter/ Lutter am Barenberge

Anreise: individuell, eine gemeinsame Anreise können wir gerne koordinieren. Meldet euch einfach bei uns



Was ist antiautoritäre Erziehung? – Vortrag am 5.11., 19 Uhr in der OM10

Kaum ein Begriff er pädagogischen Reformbewegung um 68 war und ist so umkämpft und dabei so unbestimmt geblieben wie die antiautoritäre Erziehung. Theoretische Bezugspunkte waren neben kritischer Theorie und Psychoanalyse auch sowjetische Pädagog*innen und die wiederentdeckten Konzepte sozialistischer Erziehung der zwanziger Jahre, die Praxis Kinderläden, Jugendtreffs, Kommunen, Reformschulen und die Demokratisierung der Beziehung von Eltern und Kindern. Gegner*innen warfen und werfen antiautoritärer Erziehungspraxis wahlweise laissez faire oder Indoktrination vor.

Welche Aktualität Begriff und Praxis der antiautoritären Erziehung für heutige Erziehungspraxis haben, will diese Veranstaltung darlegen. Sind die Ideen heute noch aktuell oder ist vieles schon in der modernen Pädagogik umgesetzt? Was ist kritikwürdig an Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung? Was lohnt es sich wiederzuentdecken? Und wie ließe sich antiautoritäre Erziehung in der derzeitigen gesellschaftlichen Situation praktisch aktualisieren?

Sommerdings 2018

Politischer Cluburlaub – Das Sommerdings 2018

Auch dieses Jahr wollen wir wieder den Sommer gemeinsam verbringen und die Zeit nutzen, uns theoretisch und praktisch im Sozialismus zu üben. Wer mal Ruhe von der Familie braucht, sich etwas Besseres vorstellen kann, als im Sommer nur für Uni und Schule zu lernen und sich dazu erklären will, warum man das Unbehagen mit dieser Welt nicht loswird, ist bei uns genau richtig. Wir wollen Pause von den alltäglichen Zumutungen machen, praktisch in Selbstorganisation etwas Besseres als die Konkurrenz leben und uns theoretisch in Seminaren und Workshops darüber Gedanken machen, warum wir mit dieser Welt keinen Frieden schließen wollen.

Und so läuft’s ab: Jeden Tag ausschlafen, dann ausgiebig brunchen. In den beiden anschließenden Workshopphasen gilt es dann, sich gemeinsam linke Theorie und Praxis aus allen relevanten Themengebieten anzueignen, bestehende Zustände zu analysieren, zu kritisieren und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.Es soll Workshops zu Antisemitismus und Feminismus geben, zu Kampfsport und Kapitalismus und zu vielen anderen Themen. Wenn du selbst was anbieten möchtest oder zu einem Thema schon immer mal was erfahren wolltest, dann kannst du das in deiner Anmeldung dazuschreiben. Dazu kommt das Abendprogramm mit Vorträgen, Musik und selbstorganisierter Theke, ausschlafen am nächsten Morgen inklusive. Die einzige Voraussetzung ist, dass du Lust hast, dich einzubringen.

Workshops zu folgenden Themen: Cryptoparty, Argumentieren gegen Verschwörungstheorien, Männlichkeit und Theoriearbeit, Graffiti, Antikommunismus, Psychiatriekritik, Ursprünglichkeitsideologie, Linke Gewerkschaftsarbeit, Fraauenkörper, Staatskritik, Kinderladenbewegung, Arbeitszeitverkürzung, Selbstverteidigung, Bauworkshop, Situationistische Internaionale, Geschichte freier Radios, Krise, Brecht und Theater, Privilegien, Struktur und Bezüge der neuen Rechten, Sozialistische Erziehung, Einführung in die Kapitalismuskritik, Was ist Solidarität, Identität und Gruppe, 70er in Frankreich, Abtreibung, Vuva 3.0, ArbeiterInnenlieder, Umgang mit der AFD in Jugendringen u.ä., Falken Uni, Männerphantasien, uvm.

Projekte zu folgenden Themen: Pränataldiagnostik und Abtreibung, Geschichte eines Bruchs: 69er Bewegung, Rätekommunismus, Zeltlagerzine, Ursprünglichkeitsideologie

Abendprogramm: Vorträge „68 musik osteuropa“ mit Alexander Pelemann, „Katalonien“ mit Leuten von Kosmoprolet, „Kritik der Intersektionalität“ mit Fatma K, „Geschichte linker Radios“ mit Radio Corax, „Situation in der Türkei/Afrin/Rojava“ mit Bastian, „Autoritärer Gehalt des Neoliberalismus“ mit Bjoern Oellers, Vorleseabend mit Bier, Tuntenshow, u.v.m.

Zeitraum: 30.7.-8.8.2018
Alter: ab 16 Jahre
Ort: Jugendzeltplatz Almke
Kosten: Normalpreis 110€, Solipreis 180€, Mindestbeitrag 80€; Tagesticket 12€/20€/9€
Anmeldung: SJ – Die Falken Braunschweig
Bohlweg 55
38100 Braunschweig
kv(at)falken-bs.de
0531-896456
Leistungen: Unterkunft in Gruppenzelten, Vollverpflegung, Programm – die Anreise muss selbst organisiert werden, Fahrgemeinschaften koordinieren wir gerne

Aktuelle Infos immer hier: https://www.facebook.com/events/1600729436676119/
Anmeldung auf: https://www.falken-bs.de/anmeldung

PM: Die Falken kritisieren Räumung des ehemaligen Goetheinstituts

Am Montag morgen um 7:00 wurde das besetzte Studierendenwohnheim des Goetheinstitus von über 100 Polizist_innen geräumt. Die 27 Besetzer_innen verließen das Haus friedlich. Vor dem Haus wurden sie von ca. 80 Unterstützer_innen erwartet.

Mit der Räumung des Hauses wählen Köhler und die SPD-Fraktion lieber eine gewaltvolle Auseinandersetzung, anstatt auf die Forderungen der Besetzer_innen einzugehen. Es gibt gute Gründe für die Forderungen der Besetzer_innen: Während die Stadt ihre Häuser leerstehen lässt, müssen mehrere Hundert Geflüchtete in der Siekhöhe in einer Lagerhalle unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, darunter viele Kinder und Familien. Insbesondere aus der Perspektive eines Jugendverbandes könnten die Falken die Reaktion auf die Besetzung daher nicht verstehen, kritisiert Lorenz Sieben, der die Falken im Stadtjugendring vertritt.

„Diese Rammbock-Methodik der Stadt löst das Problem nicht. Schade, dass die Chance auf einen Austausch verpasst wurde“

Besonders enttäuscht sind wir von der Rolle Rolf Köhlers in dieser Sache. Die Bedürfnisse aller Menschen in Göttingen und nicht die Interessen privater Investoren sollten für Köhlers SPD im Vordergrund stehen. Bei den Falken sind wir stolz auf unsere Geschichte in der Arbeiter_innenbewegung, die wir auch mit der SPD teilen. Dort sang man:

„In Erwägung, dass da Häuser stehen, / während ihr uns ohne Bleibe lasst, / haben wir beschlossen jetzt dort einzuziehen, / weil es uns in unseren Löchern nicht mehr passt“

Als Bildungsverband veranstalten wir Vorträge und Seminare zur Geschichte der Arbeiter_innenbewegung. Dazu wollen wir auch Herrn Köhler gerne einladen: Sie scheint bei ihm etwas in Vergessenheit geraten zu sein.

Die SJ – Die Falken solidarisieren sich mit der Intiative „Our House – Nansen 1“ und schließen sich ihrer Forderung nach bezahlbarem Wohnraum und menschenwürdigen Bedingungen für Geflüchtete an. Außerdem fordern wir das Goethe-Institut auf, die Klagen gegen die Besetzer_innen wegen Hausfriedensbruchs fallen zu lassen. Die Stadt Göttingen ist jetzt am Zug, um das nun erneut leerstehende Wohnheim Bedürftigen zur Verfügung zu stellen!